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Heimat?

Nicht wo du die Bäume kennst, wo die Bäume dich kennen, ist deine Heimat.
Sprichwort aus Sibirien

Der Begriff Heimat verweist zumeist auf eine Beziehung zwischen Mensch und Raum. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und Weltauffassungen prägen. Der Begriff „Heimat“ steht in einer speziellen Beziehung zum Begriff der „Siedlung“; dieser bezieht sich, und damit im Gegensatz zum Wohnplatz, in der Regel auf eine sesshafte Lebensform, d. h. auf ein dauerhaftes bzw. langfristiges Sich-Niederlassen und Wohnen an einem Ort bzw. in einer Region. Der Heimatbegriff befindet sich in ständiger Diskussion.

Der Begriff Heimat kann dabei also in mehreren Dimensionen begriffen werden. Zum Beispiel:

  • Räumlich
    Im wissenschaftlichen Kontext wird die „Heimstatt“, der Ort oder die Gegend des gewöhnlichen Aufenthalts eines Lebewesens, als Habitat oder als Lebensraum bezeichnet. In diesem Sinne kann man von Heimat sogar bei Abstrakta sprechen.
    Darüber, wie groß ein Gebiet sein darf, damit es als Heimat empfunden werden kann bzw. als solche bezeichnet werden darf, bestehen unterschiedliche Auffassungen.
  • Zeitlich
    Ein Beispiel: Heimatgefühle entstehen bei Erwachsenen auch durch die Erinnerung an die eigene Kindheit, die oft zur „paradiesischen Zeit“ verklärt wird. Das Verlassen des Heimatorts nach dem Schulabschluss wird von vielen mit einer „Vertreibung aus dem Paradies der Kindheit“ gleichgesetzt. 
  • Sozial
    Der Begriff „Heimat“ betrifft auch Beziehungen zu anderen Individuen und ebenso die eigene Person. „Heimat in der Gegenwart verortet – im Hier und Jetzt angesiedelt – fordert auf zur Beantwortung der maßgeblichen Frage: Bin ich hier am richtigen Platz? Welchen Platz in der Welt möchte und kann ich zur Beheimatung einnehmen?“
    Aus der Sicht der Soziologie betrachtet, ist in gewisser Weise jeder sozial Entwurzelte heimatlos.[31] Eine räumliche Entfernung vom Ort der Geburt oder des Aufwachsens ist nicht für diese Form der Heimatlosigkeit erforderlich. Das Gefühl der Entwurzelung entsteht infolge des Verschwindens der vertrauten Umgebung durch Veränderungen des Landschaftsbildes, durch Neu- und Umbauten von Gebäuden und Verkehrswegen, durch gesellschaftlichen Wandel und durch die Entwertung von Kompetenzen, die der Einzelne im Laufe seines Lebens erworben hat.
  • Kulturell emotional
    Psychologisch ist Heimat heute ein subjektives Empfinden, unabhängig von politisch-juristischen Definitionen. Sie besteht aus individuellen Einstellungen zu Ort, Gesellschaft und persönlicher Entwicklung des Einzelnen. Ihr Verlust oder die Angst davor wird als Heimweh empfunden. Für den, der seine Heimat verlassen oder verloren hat, kann Heimat gleichbedeutend werden mit Vaterland. Es ist möglich, dass ein Mensch sich für eine Wahlheimat entscheidet. Seine Heimat kann man auch durch eine Naturkatastrophe oder durch eine grundlegende Umgestaltung der Gegend durch menschliche Eingriffe verlieren.
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